Maschinelle Rauchabzugsanlagen (MRA) für Industrie- und Gewerbegebäude

Maschinelle Rauchabzugsanlagen (MRA) führen im Brandfall Rauch und Brandgase kontrolliert aus Gebäuden ab. Gleichzeitig können sie im täglichen Betrieb Aufgaben der mechanischen Be- und Entlüftung übernehmen und sind Bestandteil eines abgestimmten Brandschutzkonzeptes.

Maschinelle Rauchabzugsanlagen für den Rauch- und Wärmeabzug

Maschinelle Rauchabzugsanlagen (MRA) unterstützen den Rauch- und Wärmeabzug, indem sie Rauch und heiße Brandgase mithilfe ventilatorgestützter Systeme kontrolliert aus dem Gebäude ableiten. Dadurch tragen sie dazu bei, die Rauchausbreitung zu begrenzen und die Bedingungen für Flucht, Rettung und Brandbekämpfung zu verbessern.

Im täglichen Gebäudebetrieb können viele MRA-Systeme zusätzlich für die mechanische Be- und Entlüftung genutzt werden. Erst im Brandfall übernehmen sie automatisch ihre Funktion als Entrauchungsanlage.

Wann kommen MRA-Anlagen zum Einsatz?

Eine maschinelle Rauchabzugsanlage (MRA) wird gebraucht, wenn der natürliche Auftrieb des Rauchs nicht ausreicht oder keine Öffnung ins Freie möglich ist. Das ist typisch für:

  • Mehrgeschossige Gebäude
  • Untergeschosse und Tiefgaragen
  • Innenliegende Räume ohne Außenwand
  • Bereiche mit Schwelbränden, deren Rauch kaum aufsteigt

NRA und MRA im Vergleich

Natürliche Rauchabzugsanlage (NRA)Natürliche Rauchabzugsanlage (NRA)
AntriebThermischer Auftrieb: Heißer Rauch steigt auf und zieht durch Öffnungen im Dach oder in der Fassade ab.Brandgasventilatoren fördern den Rauch aktiv aus dem Gebäude.
StromversorgungIm Brandfall wird nur Energie zum Öffnen der Klappen gebraucht.Die Ventilatoren brauchen eine gesicherte Stromversorgung für die gesamte Betriebsdauer.
Typische GebäudeEingeschossige Hallen in Industrie, Logistik und Handel; oberstes Geschoss mehrgeschossiger Gebäude.Untergeschosse, innenliegende Bereiche, mehrgeschossige Gebäude, Tiefgaragen.
Wirkung in der BrandentstehungsphaseNoch gering, weil der Rauch kühl ist und wenig Auftrieb hat. Die Leistung steigt mit der Brandtemperatur.Sofort voll, weil der geplante Volumenstrom direkt nach dem Auslösen zur Verfügung steht.

Welches System passt, ergibt sich aus der Berechnung nach DIN 18232 und dem Brandschutzkonzept. In vielen Gebäuden werden beide kombiniert, zum Beispiel natürlicher Rauchabzug in der Halle und maschineller im Untergeschoss.

Colt MRA-Systeme und Einbauvarianten

Maschinelle Rauchabzugsanlagen können abhängig von den baulichen Anforderungen auf dem Dach, in Fassaden oder innerhalb eines Kanalsystems installiert werden.

Im Brandfall fördern die Systeme Rauch und Brandgase kontrolliert aus dem Gebäude. Hinsichtlich ihrer Funktion erfüllen sie dieselbe Aufgabe wie natürliche Rauchabzugsanlagen – die kontrollierte Entrauchung eines Gebäudes –, unterscheiden sich jedoch in der Art der Rauchförderung.

Die konkrete Ausführung richtet sich nach den Anforderungen des jeweiligen Gebäudes sowie dem zugrunde liegenden Brandschutzkonzept.

Vorteile maschineller Rauchabzugsanlagen

Ein wesentlicher Vorteil maschineller Systeme besteht darin, dass nach der Aktivierung unmittelbar der vorgesehene Volumenstrom für die Entrauchung zur Verfügung steht. Dadurch kann die Rauchableitung unabhängig von der jeweiligen Brandentwicklung erfolgen.

Dies bietet insbesondere Vorteile:

  • Entrauchung bereits in der Brandanfangsphase
  • Unterstützung von Flucht- und Evakuierungsmaßnahmen
  • wirksame Rauchableitung bei Schwelbränden
  • Einsatz in großflächigen oder hohen Gebäudebereichen

Zuluft als Bestandteil des Entrauchungskonzeptes

Für die Wirksamkeit einer maschinellen Rauchabzugsanlage ist eine ausreichend dimensionierte Nachströmung von Zuluft erforderlich. Nur wenn Frischluft kontrolliert nachströmen kann, lässt sich Rauch gezielt aus dem Gebäude abführen.

Die erforderlichen Zuluftöffnungen werden deshalb bereits während der Planung berücksichtigt und auf das jeweilige Entrauchungskonzept abgestimmt. Dabei ist unter anderem eine Zuluftgeschwindigkeit von maximal 3 m/s einzuhalten.

Projektbezogene Planung

Die Auslegung einer maschinellen Rauchabzugsanlage erfolgt immer projektspezifisch. Anforderungen an Bemessung, Auslösekonzept, Nachströmung oder Rauchabschnittsbildung werden im Rahmen der Planung entsprechend der Gebäudenutzung und den technischen Randbedingungen festgelegt.

Auch die Auswahl der Geräte und Systemkomponenten orientiert sich an den jeweiligen Anforderungen des Projekts.

Typische Einsatzbereiche

Maschinelle Rauchabzugsanlagen kommen in unterschiedlichen Gebäudetypen zum Einsatz. Dazu gehören unter anderem:

  • Industriegebäude
  • Produktionsstätten
  • Logistikzentren
  • Untergeschosse
  • innenliegende Gebäudebereiche
  • Verkaufsflächen über mehrere Ebenen

Welche Entrauchungslösung geeignet ist, wird im Rahmen der Projektplanung unter Berücksichtigung der Gebäudenutzung und der baulichen Gegebenheiten festgelegt.

FAQ - Maschineller Rauchabzug

Wann wird eine MRA-Anlage eingesetzt?

Sie kommt insbesondere dann zum Einsatz, wenn natürliche Rauchabzugsanlagen aufgrund der Gebäudestruktur oder Nutzung nicht ausreichend wirksam oder nicht realisierbar sind.

Was ist eine maschinelle Rauchabzugsanlage?

Eine MRA-Anlage führt Rauch und Brandgase mithilfe ventilatorgestützter Systeme kontrolliert aus einem Gebäude ab und unterstützt dadurch den vorbeugenden Brandschutz.

Können MRA-Anlagen auch zur Gebäudelüftung genutzt werden?

Ja. Viele Systeme übernehmen im täglichen Betrieb Aufgaben der mechanischen Be- und Entlüftung und werden erst im Brandfall zur Entrauchungsanlage.

Warum ist Zuluft notwendig?

Damit Rauch kontrolliert abgeführt werden kann, muss ausreichend Frischluft nachströmen. Deshalb ist die Planung geeigneter Zuluftöffnungen Bestandteil jedes Entrauchungskonzeptes.

Wo können MRA-Anlagen installiert werden?

Je nach Gebäude werden die Systeme auf dem Dach, in Fassaden oder innerhalb eines Kanalsystems installiert.

Was ist der Unterschied zwischen NRA und MRA?

Eine natürliche Rauchabzugsanlage (NRA) nutzt den Auftrieb des heißen Rauchs und kommt im Brandfall fast ohne Strom aus. Eine maschinelle Rauchabzugsanlage (MRA) fördert den Rauch mit Ventilatoren und wirkt dadurch schon in der Brandentstehungsphase, braucht aber eine gesicherte Stromversorgung.

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