
Brandschutz für Bahnbetriebe
Brandschutz im ICE-Werk Köln-Nippes | Colt
Colt realisierte im ICE-Werk Köln Rauchschürzen, 170 Apollo-Haubenlüfter und 68 Cosmotron-Lichtstraßen für Brandschutz, Tageslicht und Lärmschutz.
Brandschutzkonzept für eine knapp 500 Meter lange Werkhalle
Das ICE-Instandhaltungswerk in Köln-Nippes ist für die Wartung und Reparatur kompletter Zugsegmente aller ICE-Baureihen ausgelegt. Die Werkhalle ist knapp einen halben Kilometer lang und verfügt über vier Gleise, auf denen jeweils zwei Zugsegmente gleichzeitig bearbeitet werden können. Die großen zusammenhängenden Hallenbereiche stellten entsprechend hohe Anforderungen an Rauchabschnittsbildung, Rauchableitung und sichere Rettungswege.
Colt plante und installierte Systeme für den vorbeugenden Brandschutz, die natürliche Lüftung und den Tageslichteintrag. Neben den baurechtlichen Anforderungen waren die Vorgaben des Brandschutzgutachtens, die Auslegung nach DIN 18232-2 sowie die VdS-Anforderungen an die Rauch- und Wärmeabzugsanlage zu berücksichtigen. Für die Rauchabzugsgeräte waren nach den Projektvorgaben geprüfte und zugelassene Ausführungen erforderlich, die auch den angesetzten Schnee- und Windlasten standhalten. Witterungsberührte Bauteile wurden korrosionsbeständig ausgeführt.
Eine zusätzliche planerische Randbedingung war die Lage des Werks in unmittelbarer Nähe eines Wohngebiets. Deshalb mussten die Systeme nicht nur die brandschutztechnischen Funktionen erfüllen, sondern zugleich die projektspezifischen Lärmschutzanforderungen berücksichtigen. Das Projekt verband damit Brandschutz, Arbeitsbedingungen, Tageslichtversorgung und Immissionsschutz in einem gemeinsamen Gebäudekonzept.
Case History
ICE-Instandhaltungswerk Köln-Nippes
Ort: Köln, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Gebäudetyp: ICE-Werk mit großflächiger Instandhaltungshalle und vier Gleisen
Anforderungsprofil: Vorbeugender Brandschutz, natürliche Rauchableitung, Tageslichteintrag, Lüftung und Lärmschutz
Lösung: Rauchabschnittsbildung mit Rauchschürzen, natürliche Entrauchung über Haubenlüfter, Tageslichtversorgung über Lichtstraßen sowie Lüftungs- und Druckentlastungssysteme
Produkt: SmokeMaster SM5, Apollo, Weatherlite, Cosmotron, Securex

Rauchschürzen und Apollo-Haubenlüfter führen Brandrauch ab
In einer Werkhalle dieser Größenordnung muss die Ausbreitung von Rauch kontrolliert werden, damit definierte Rauchabschnitte entstehen und die Rauch- und Wärmeabzugsgeräte wirksam arbeiten können. Colt installierte hierfür 14 SmokeMaster-Rauchschürzen mit Abmessungen von jeweils 10 × 3,5 Metern. Sie unterteilen den Deckenbereich und begrenzen die horizontale Rauchausbreitung innerhalb der Halle.
Das hitzebeständige Schürzentuch besteht nach den Projektdaten aus Glasfilamentgewebe mit einer schwer entflammbaren Polyurethanbeschichtung. Eingelagerte Aluminiumpigmente unterstützen die Wärmereflexion. Die Rauchschürzen sind für eine Beanspruchung von mindestens zwei Stunden bei 600 °C ausgelegt. Ihre Auslösung erfolgt nach dem Schwerkraftprinzip. Dadurch können sie auch dann in die vorgesehene Sicherheitsposition fahren, wenn die reguläre Energieversorgung während eines Brandereignisses ausfällt.
Für die natürliche Abführung von Rauch und heißen Brandgasen wurden 170 Apollo-Haubenlüfter auf dem Dach installiert. Die Geräte nutzen den thermischen Auftrieb: Erwärmter Rauch steigt auf und wird über die geöffneten Dachgeräte ins Freie geführt. Für die Funktion der natürlichen Rauchabzugsanlage ist deshalb keine ventilatorgestützte Absaugung erforderlich.
Eine umlaufende Schlauchprofildichtung schützt die geschlossenen Geräte gegen Witterungseinflüsse und unterstützt die Wärmedämmung. Die Kombination aus Rauchschürzen und Dachgeräten schafft klar definierte Strömungs- und Rauchabschnitte innerhalb der langgestreckten Werkhalle.
Tageslicht in der Werkhalle
68 Cosmotron-Lichtstraßen reduzieren Kunstlichtbedarf
Für die Tageslichtversorgung der einzelnen Hallenbereiche führte Colt projektbezogene Lichtberechnungen durch. Auf dieser Grundlage wurden 68 Cosmotron-Lichtstraßen mit Abmessungen von jeweils 2,7 × 12,95 Metern installiert.
Das gewölbte Lichtstraßensystem besteht aus einer Aluminiumkonstruktion und lichtdurchlässigen Polycarbonatplatten. Es verteilt das einfallende Tageslicht gleichmäßig in der Werkhalle und begrenzt störende Blendung.
Die wärmebrückenarme Sprossenkonstruktion und der geringe Fugendurchlass unterstützen die thermische Qualität der Gebäudehülle. Im geschlossenen Zustand ist das System nach den Projektangaben ohne zusätzliche Einbauten dauerhaft durchsturzsicher geprüft.

Lüftung, Lärmschutz und Energiebedarf gemeinsam betrachtet
Neben Brandschutz und Tageslicht waren im ICE-Werk weitere betriebliche Anforderungen zu lösen. Zwei Weatherlite-Sockelmodule übernehmen die regensichere Entlüftung der Treppenhäuser. Die Konstruktion ermöglicht einen Luftaustausch, ohne dass Niederschlag unkontrolliert in das Gebäude eindringt. Sie ergänzt damit die natürlichen Lüftungsfunktionen des Gebäudekomplexes.
Sieben Securex-Lüftungsklappen dienen als Druckentlastungssysteme. Solche Komponenten schaffen definierte Öffnungsflächen, über die Druckunterschiede ausgeglichen werden können. Die genaue Anordnung und Dimensionierung wurde auf die baulichen und betrieblichen Bedingungen des Werks abgestimmt.
Aufgrund des angrenzenden Wohngebiets mussten zugleich besondere Lärmschutzauflagen eingehalten werden. Deshalb kamen Systeme mit schalldämmenden Eigenschaften zum Einsatz. Dies war insbesondere bei den großflächigen Dach- und Lüftungsöffnungen relevant: Sie mussten Luft, Rauch oder Tageslicht führen, ohne die akustischen Anforderungen der Umgebung außer Acht zu lassen.
Die Tageslichtnutzung war zudem Teil des auf einen niedrigen betrieblichen Energiebedarf ausgerichteten Gebäudekonzepts. Durch die großflächigen Cosmotron-Lichtstraßen kann in den Werkhallen über weite Teile des Tages natürliches Licht genutzt werden. Die Deutsche Bahn konzipierte das Werk für einen CO₂-neutralen laufenden Betrieb. Nach den bereitgestellten Projektdaten spart der Standort dadurch jährlich rund 1.000 Tonnen Kohlendioxid ein.
Das Projekt zeigt, wie sich sicherheitstechnische und energetische Anforderungen in einer großmaßstäblichen Industriehalle verbinden lassen. Rauchabschnitte, Dachöffnungen, Lüftung, Wärmeschutz, Akustik und Tageslicht wurden nicht isoliert, sondern als Bestandteile eines gemeinsamen Gebäudekonzepts betrachtet.
Abgestimmte Gebäudetechnik
Brandschutzsysteme für Werkbetrieb und Wohnumfeld
Das ICE-Werk erforderte Systeme, die unter normalen Betriebsbedingungen ebenso funktionieren wie im Brandfall. Apollo-Haubenlüfter, SmokeMaster-Rauchschürzen, Weatherlite-Sockelmodule und Securex-Klappen übernehmen klar abgegrenzte Aufgaben innerhalb des Gesamtkonzepts.
Die Cosmotron-Lichtstraßen ergänzen den Brandschutz um eine großflächige Tageslichtversorgung. Gleichzeitig mussten Dach- und Lüftungselemente aufgrund des benachbarten Wohngebiets die projektspezifischen Schallschutzanforderungen erfüllen.
So entstand eine technische Lösung, die Rauchableitung, natürliche Lüftung, Tageslicht, Wärmeschutz und Lärmschutz miteinander verbindet.

FAQ
Wie wird Rauch im ICE-Werk Köln abgeführt?
Die Rauch- und Wärmeabzugsanlage arbeitet nach dem Prinzip der natürlichen Entrauchung. Insgesamt 170 Apollo-Haubenlüfter öffnen im Brandfall und nutzen den thermischen Auftrieb heißer Rauchgase. Der Rauch steigt in den Deckenbereich und wird über die Dachgeräte nach außen geleitet. 14 SmokeMaster-Rauchschürzen begrenzen gleichzeitig die horizontale Ausbreitung und bilden definierte Rauchabschnitte. Auf diese Weise wird verhindert, dass sich der Rauch unkontrolliert über die gesamte, knapp 500 Meter lange Werkhalle verteilt.
Welche Aufgabe erfüllen die Rauchschürzen in der Werkhalle?
Die Rauchschürzen unterteilen den Deckenraum der großen Halle in einzelne Rauchabschnitte. Sie halten aufsteigenden Rauch innerhalb eines definierten Bereichs und führen ihn zu den zugeordneten Rauchabzugsöffnungen. Im ICE-Werk wurden 14 SmokeMaster-Rauchschürzen mit Abmessungen von jeweils 10 × 3,5 Metern installiert. Nach den Projektdaten widersteht das Schürzentuch mindestens zwei Stunden lang einer Temperatur von 600 °C. Die Absenkung erfolgt durch Schwerkraft und bleibt dadurch von der regulären Energieversorgung unabhängig.
Warum kamen im ICE-Werk natürliche Rauchabzugsgeräte zum Einsatz?
Natürliche Rauchabzugsgeräte benötigen für die eigentliche Rauchförderung keine motorisch betriebenen Ventilatoren. Sie nutzen den Auftrieb, der entsteht, wenn sich Rauch und Brandgase erwärmen. Die 170 Apollo-Haubenlüfter schaffen im geöffneten Zustand Austrittsflächen im Dach. In Verbindung mit den Rauchschürzen entsteht eine gerichtete Rauchableitung. Die Geräte können je nach Steuerungs- und Betriebskonzept zusätzlich für die tägliche natürliche Lüftung genutzt werden.
Wie tragen die Cosmotron-Lichtstraßen zum Gebäudekonzept bei?
Die 68 Cosmotron-Lichtstraßen bringen Tageslicht in die tiefen Hallenbereiche und reduzieren dadurch den Bedarf an künstlicher Beleuchtung. Die lichtdurchlässigen Polycarbonatplatten verteilen das einfallende Licht gleichmäßig und weitgehend blendfrei. Gleichzeitig unterstützen die wärmebrückenarme Konstruktion und der geringe Fugendurchlass die thermische Qualität des Daches. Die Lichtstraßen verbinden damit Tageslichtversorgung, Energieeffizienz und Absturzsicherheit in einem Bauteil.
Wie wurde der Lärmschutz am Standort berücksichtigt?
Das ICE-Werk befindet sich in der Nähe eines Wohngebiets. Dachöffnungen, Lüftungselemente und Entrauchungssysteme mussten deshalb neben ihren funktionalen Aufgaben auch besondere akustische Anforderungen erfüllen. Colt setzte Anlagen mit schalldämmenden Eigenschaften ein und stimmte die technischen Lösungen auf die projektspezifischen Lärmschutzvorgaben ab. Damit konnten die erforderlichen Öffnungs- und Lüftungsflächen realisiert werden, ohne den Schutz der angrenzenden Wohnnutzung aus der Planung auszuklammern.
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