
Sonnenschutz | Bewegliche Glaslamellen
Shadoglass-Sonnenschutz am Forschungszentrum Geisenheim
Am neuen Labor- und Institutskomplex in Geisenheim installierte Colt ein bewegliches Glaslamellensystem. Die einzeln steuerbaren Lamellengruppen verbinden Sonnenschutz, Lichtlenkung, Sichtschutz und natürliche Durchlüftung mit einer transparenten Fassadengestaltung.
Beweglicher Sonnenschutz für den Laborneubau in Geisenheim
Das Forschungszentrum Geisenheim blickt auf eine lange Geschichte in der Forschung zu Weinbau, Kellerwirtschaft und Gartenbau zurück. Im Rahmen eines umfangreichen Neubau- und Restrukturierungsprogramms wurden die Laborinstitute in einem vierteiligen Gebäudekomplex zusammengeführt. Neben Forschungsflächen entstanden dort auch Übungslaboratorien für die Ausbildung.
Der von Staab Architekten aus Berlin entworfene, lang gestreckte Baukörper verbindet den historischen Campus mit den angrenzenden landwirtschaftlich genutzten Flächen. Ein bestehendes Laborgebäude aus dem 19. Jahrhundert wurde in das neue Ensemble integriert. Die Fassade sollte den technischen Charakter der Forschungsarbeit sichtbar machen und zugleich auf das landschaftliche Umfeld reagieren.
Für die Fensterbereiche entwickelte Colt eine Sonnenschutzanlage aus beweglichen Glaslamellen. Das System übernimmt mehrere Funktionen: Es begrenzt die direkte Sonneneinstrahlung, lenkt Tageslicht in die Räume, ermöglicht eine Durchlüftung und bietet abhängig von der Lamellenstellung einen Sichtschutz.
Die rahmenlosen Glaselemente sind rund um den Neubau angeordnet. Durch ihre transparente Ausführung und die verdeckt wirkende Befestigung bilden sie eine leichte zweite Fassadenebene. Gleichzeitig prägen die wechselnden Lamellenstellungen das Erscheinungsbild des Labor- und Institutskomplexes.
Case History
Projekt: Forschungszentrum Geisenheim
Ort: Geisenheim, Deutschland
Gebäudetyp: Labor- und Institutsgebäude
Architektur: Staab Architekten GmbH, Berlin
Anforderung: Sonnenschutz, Lichtlenkung, Sichtschutz, natürliche Durchlüftung und architektonische Fassadengestaltung
Lösung: Motorisch bewegliches Glaslamellensystem vor den Fensterbereichen
Produkt: Shadoglass

Shadoglass-Lamellen steuern Licht, Luft und Verschattung
Die Shadoglass-Lamellen wurden in Gruppen vor den Fenstern des gesamten neuen Gebäudekomplexes angeordnet. In den Laborbereichen befinden sich jeweils vier Lamellen übereinander, in den Institutsbereichen jeweils fünf. Die Gruppen können motorisch bis zu 90 Grad gedreht und vollständig geöffnet werden.
Durch die veränderbare Stellung lässt sich die Fassade an unterschiedliche Anforderungen anpassen. Bei intensiver Sonneneinstrahlung begrenzen die Glaslamellen den direkten solaren Eintrag und reduzieren störende Blendung. Eine weiter geöffnete Stellung erhöht den Tageslichteinfall und gibt die Fensterflächen für eine natürliche Durchlüftung frei.
Die raumweise Steuerung ermöglicht es, die Lamellenstellung separat an den Bedarf der einzelnen Labore und Institutsräume anzupassen. Damit muss nicht die gesamte Fassade einheitlich betrieben werden. Räume mit unterschiedlicher Ausrichtung, Nutzung oder Sonneneinstrahlung können unabhängig voneinander verschattet oder geöffnet werden.
Neben ihrer technischen Funktion bestimmen die beweglichen Glaselemente die Wirkung der Fassade. Abhängig von Öffnungswinkel und Blickrichtung erscheint sie transparent, geschlossen oder rhythmisch gegliedert. Der Sonnenschutz wird damit nicht als nachträglich ergänztes Bauteil wahrgenommen, sondern als Teil des architektonischen Fassadenkonzepts.
Filigrane Konstruktion
Verdeckte Halterungen lassen die Lamellen schweben
Die Glaslamellen sind auf vertikalen Vierkantrohren aus Edelstahl gelagert. Schubstangen und Linearmotoren übertragen die Bewegung auf die einzelnen Lamellengruppen. Die pulverbeschichteten Vertikalrohre sind über verschweißte Konsolen mit der Pfosten-Riegel-Fassade verbunden.
Von außen bleiben lediglich vier kleine Haltepunkte je Lamelle sichtbar. Dadurch tritt die Unterkonstruktion optisch zurück und die Glasflächen wirken vor der Fassade nahezu schwebend. Zusätzliche Abstützungen am Baukörper nehmen die auf das System einwirkenden Horizontallasten auf.

Siebbedrucktes Verbundsicherheitsglas prägt die technische Fassade
Die einzelnen Shadoglass-Lamellen bestehen aus Verbundsicherheitsglas. Der Glasaufbau umfasst zweimal 6 mm starkes, siebbedrucktes und teilvorgespanntes Glas sowie eine 1,52 mm starke PVB-Folie. Die Scheiben sind durchgängig etwa 1,20 Meter breit und rund 30 Zentimeter hoch.
Die PVB-Folie verbindet die beiden Glasscheiben dauerhaft miteinander. Im Fall eines Glasbruchs bleiben die Bruchstücke an der Folie haften. Der Aufbau unterstützt damit die sichere Verwendung der beweglichen Elemente vor den Fassaden- und Verkehrsbereichen.
Über den Siebdruck erhalten die Lamellen ihre farbliche und lichttechnische Wirkung. Der gewählte Grünton nimmt die Farbgebung der feststehenden Fassadenelemente auf und verbindet den beweglichen Sonnenschutz mit der übrigen Gebäudehülle. Gleichzeitig beeinflusst die Bedruckung, wie viel Licht durch die Lamellen gelangt und wie stark die Fassade von außen einsehbar ist.
Die technische Umsetzung erforderte eine genaue Abstimmung von Glasgewicht, Lamellenabmessungen, Lagerung, Antrieb und Befestigung. Die Linearmotoren müssen die Gruppen zuverlässig bewegen, während die Konsolen die auftretenden Lasten in die Gebäude- und Fassadenkonstruktion übertragen.
Das Projekt in Geisenheim zeigt, wie bewegliche Glaslamellen mehrere Anforderungen innerhalb eines Systems erfüllen können. Sie begrenzen den Wärmeeintrag, unterstützen die Tageslichtnutzung und Lüftung und geben den Nutzern die Möglichkeit, die Bedingungen in ihren Räumen individuell zu beeinflussen. Gleichzeitig bilden sie ein sichtbares Gestaltungselement, das den technischen Charakter des Forschungsgebäudes nach außen vermittelt.
FAQ
Wie funktioniert der Shadoglass-Sonnenschutz in Geisenheim?
Die rahmenlosen Glaslamellen sind in Gruppen vor den Fensterflächen angeordnet und können mit Linearmotoren um bis zu 90 Grad gedreht werden. In den Laborbereichen besteht eine Gruppe aus vier, in den Institutsbereichen aus fünf übereinanderliegenden Lamellen. Je nach Stellung begrenzen sie die direkte Sonneneinstrahlung, lenken Tageslicht in die Räume oder geben die Fenster für die Durchlüftung frei. Die Bedienung erfolgt raumweise, sodass die Nutzer die Lamellengruppen unabhängig voneinander einstellen können.
Welche Funktionen übernehmen die beweglichen Glaslamellen?
Das System verbindet Sonnenschutz, Lichtlenkung, Sichtschutz und natürliche Durchlüftung. Bei geschlossener oder geneigter Stellung reduzieren die Lamellen die direkte Sonneneinstrahlung und begrenzen Blendung. Durch eine angepasste Neigung kann weiterhin diffuses Tageslicht in die Räume gelangen. Werden die Gruppen vollständig geöffnet, bleiben die Fensterflächen weitgehend frei. Abhängig von der Stellung verändert sich außerdem die Einsehbarkeit der Labor- und Institutsräume.
Wie sind die Glaslamellen an der Fassade befestigt?
Die Lamellen lagern auf vertikalen Vierkantrohren aus Edelstahl. Diese sind über verschweißte Konsolen mit der Pfosten-Riegel-Fassade verschraubt und zusätzlich zur Aufnahme horizontaler Lasten am Baukörper abgestützt. Schubstangen übertragen die Bewegung der Linearmotoren auf die Lamellengruppen. Von außen sind pro Lamelle lediglich vier kleine Haltepunkte erkennbar. Die tragenden und beweglichen Bauteile bleiben dadurch optisch weitgehend im Hintergrund.
Aus welchem Glas bestehen die Shadoglass-Lamellen?
Die Lamellen bestehen aus Verbundsicherheitsglas mit zwei jeweils 6 mm starken Scheiben aus siebbedrucktem, teilvorgespanntem Glas. Zwischen den Scheiben liegt eine 1,52 mm starke PVB-Folie. Diese verbindet die Gläser miteinander und hält Bruchstücke bei einer Beschädigung zusammen. Die einzelnen Lamellen sind etwa 1,20 Meter breit und rund 30 Zentimeter hoch. Ihre grüne Bedruckung ist auf die Farbgebung der feststehenden Fassadenelemente abgestimmt.
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