Glas-Schiebeläden am Wohngebäude l’Osange

Für das Wohngebäude l’Osange in Boulogne-Billancourt realisierte Colt 224 manuell bewegliche Glas-Schiebeläden. Die zweite Fassadenebene verbindet Sonnenschutz und Sichtschutz mit freier Aussicht und individuell nutzbaren Balkonbereichen.

Sonnenschutz für 46 Wohnungen bei Paris

Das Wohngebäude l’Osange liegt in Boulogne-Billancourt südwestlich von Paris. Es entstand im neuen Stadtquartier ZAC Seguin Rives de Seine und umfasst auf sieben Geschossen insgesamt 46 Wohnungen und Studios. Die meisten Balkone sind nach Süden ausgerichtet und verfügen über großflächige, überwiegend bodentiefe Verglasungen.

Für die Bewohner sollte der Blick auf das Seine-Ufer und die umgebende Landschaft möglichst frei bleiben. Gleichzeitig war ein außenliegendes Fassadensystem erforderlich, das direkte Sonneneinstrahlung begrenzt, Einblicke reduziert und die Nutzung der Balkone bei unterschiedlichen Witterungs- und Lichtbedingungen unterstützt.

Das Architekturbüro Brenac & Gonzalez & Associés plante dafür eine zweite, bewegliche Fassadenebene. Colt setzte den Entwurf mit manuell verschiebbaren Glaselementen aus der Serie Ellisse um.

Die Schiebeläden können von den Bewohnern entsprechend dem jeweiligen Bedarf vor den Balkon- und Fensterflächen positioniert werden. Dadurch lassen sich offene und geschützte Bereiche individuell einstellen. Die Fassade bleibt transparent und verändert gleichzeitig ihr Erscheinungsbild mit jeder neuen Stellung der Elemente.

Auf diese Weise übernimmt das System nicht nur Aufgaben des Sonnen- und Sichtschutzes. Es erweitert die Balkone zu flexibel nutzbaren Übergangszonen zwischen Innenraum, Gebäudehülle und Außenraum.

Projekt: Wohngebäude l’Osange

Ort: Boulogne-Billancourt, Île-de-France, Frankreich

Gebäudetyp: Wohnungsbau

Anforderungsprofil: Außenliegender Sonnenschutz, Sichtschutz, Transparenz und individuelle Nutzung der Balkone

Lösung: Manuell bewegliche Glas-Schiebeläden als zweite Fassadenebene

Produkt: Ellisse-Schiebeläden

224 Glas-Schiebeläden auf 517,5 Quadratmetern Fassadenfläche

Colt installierte am l’Osange insgesamt 224 Glas-Schiebeläden auf einer Fassadenfläche von 517,5 Quadratmetern. Die Elemente laufen in horizontalen Führungsschienen am oberen und unteren Rand der Balkonbereiche und können von den Bewohnern manuell verschoben werden.

Die Schienen bestehen aus Aluminium. Um die klare Wirkung der Fassade zu erhalten, wurden die sichtbaren Abschlüsse verkleidet. Die technische Führung tritt dadurch gegenüber den Glasflächen und der Gebäudearchitektur in den Hintergrund.

Je nach Stellung überlagern sich die Schiebeläden oder geben Teile der Balkon- und Fensterflächen frei. Dadurch können die Bewohner selbst bestimmen, welche Bereiche stärker vor Sonne oder Einblicken geschützt werden und an welchen Stellen eine möglichst offene Sicht gewünscht ist.

Die Glasflächen reflektieren Licht und Umgebung. Durch das Verschieben der Elemente entstehen fortlaufend neue Überlagerungen, Farbtöne und Spiegelungen. Die Fassade wirkt deshalb nicht statisch, sondern verändert sich mit Tageszeit, Witterung und individueller Nutzung.

Die manuelle Bedienung verzichtet auf Motoren und automatische Steuerungskomponenten. Jeder Bewohner kann die Position unmittelbar am jeweiligen Balkon anpassen. So wird die Fassadenstruktur aus der tatsächlichen Nutzung des Gebäudes heraus verändert.

Bewegliche Elemente schaffen geschützte Außenbereiche

Die Schiebeläden lassen sich unabhängig voneinander entlang der Balkone verschieben. Dadurch können Bewohner offene, teilgeschützte oder stärker abgeschirmte Bereiche schaffen.

Vor den Glasflächen begrenzen die Elemente direkte Sonneneinstrahlung und unerwünschte Einblicke. Gleichzeitig bleibt der Bezug zum Außenraum erhalten, da das eingesetzte Material Licht, Farben und Umrisse weiterhin wahrnehmbar macht.

Auf den Balkonen entsteht so eine individuell einstellbare Pufferzone. Sie verbindet den Wohnraum mit dem Außenbereich und unterstützt eine witterungs- und nutzungsabhängige Verwendung der Balkonflächen.

Dynamische Fassade durch Nutzung, Farbe und Reflexion

Die Fassadenwirkung des l’Osange entsteht aus dem Zusammenspiel von Architektur und individueller Bedienung. Da die 224 Schiebeläden nicht zentral gesteuert werden, bildet sich zu jeder Zeit ein anderes Muster aus geöffneten, geschlossenen und überlagerten Elementen.

Die farblichen Akzente der Glasflächen und ihre Reflexionen verändern sich abhängig von Sonneneinstrahlung, Blickrichtung und Hintergrund. Dadurch erhält das siebengeschossige Gebäude eine räumlich differenzierte Außenhaut, ohne dass zusätzliche dekorative Bauteile erforderlich sind.

Neben der gestalterischen Wirkung erfüllen die Schiebeläden konkrete Funktionen. Sie dienen als außenliegender Sonnenschutz, können Blendung begrenzen und bieten einen individuell einstellbaren Sichtschutz. Auf den Balkonen ermöglichen sie zudem geschützte Bereiche, die in ihrer Wirkung an einen vorgelagerten Wintergarten erinnern.

Die Lösung am l’Osange zeigt, wie bewegliche Fassadenelemente bei Wohngebäuden auf unterschiedliche Bedürfnisse reagieren können. Während manche Bewohner eine weitgehend offene Balkonfront bevorzugen, können andere einzelne Flächen gezielt abschirmen. Die Architektur gibt dafür kein starres Fassadenbild vor, sondern einen technischen Rahmen für wechselnde Nutzungszustände.

Schiebeladensysteme können grundsätzlich mit einer oder mehreren Schienen sowie manuell oder motorisch ausgeführt werden. Beim l’Osange entschied sich das Planungsteam für eine manuelle Lösung aus Glas, die auf Transparenz, direkte Bedienbarkeit und die wechselnde Erscheinung der Wohnfassade ausgerichtet ist.

Aluminiumschienen treten optisch zurück

Die Glas-Schiebeläden werden oben und unten in horizontalen Aluminiumschienen geführt. Diese Konstruktion ermöglicht eine kontrollierte manuelle Bewegung entlang der Balkonfassaden.

An den Enden wurden die Führungsschienen verkleidet. Befestigungen und technische Abschlüsse bleiben dadurch weitgehend außerhalb der direkten Wahrnehmung.

Die zurückhaltende Detailausbildung unterstützt die angestrebte Leichtigkeit der Fassade. Glasflächen, Reflexionen und wechselnde Positionen prägen das Erscheinungsbild, während die für Bewegung und Führung erforderliche Konstruktion optisch in den Hintergrund tritt.

Bewegliche Schiebeläden mit Colt planen

Colt entwickelt Schiebeladensysteme aus Glas, Metall, Holz, Gewebe und weiteren Materialien. Führung, Füllung und Bedienung werden auf Fassadengeometrie, Sonnenschutzanforderungen, gewünschte Transparenz und Nutzung der Außenbereiche abgestimmt.

FAQ

Welche Schiebeläden wurden am l’Osange eingesetzt?

Colt installierte 224 manuell bewegliche Schiebeläden aus Glas. Die Elemente gehören zur Serie Ellisse und laufen in oberen und unteren Führungsschienen aus Aluminium. Insgesamt bedecken sie eine Fassadenfläche von 517,5 Quadratmetern. Die Bewohner können die Läden entlang ihrer Balkone verschieben und dadurch offene sowie geschützte Fassadenbereiche individuell einstellen.

Welche Funktionen übernehmen die Glas-Schiebeläden?

Die Elemente dienen als außenliegender Sonnenschutz, Sichtschutz und Blendschutz. Gleichzeitig bilden sie eine bewegliche zweite Fassadenebene vor den Balkonen und bodentiefen Fenstern. Durch ihre individuelle Positionierung entstehen geschützte Übergangszonen, die sich ähnlich wie ein vorgelagerter Wintergarten nutzen lassen. Die Glasflächen erhalten dabei den visuellen Bezug zum Außenraum.

Wie werden die Schiebeläden bedient?

Die Schiebeläden werden manuell bewegt. Jeder Bewohner kann die Elemente entlang der horizontalen Führungsschienen in die gewünschte Position schieben. Eine zentrale Motorisierung oder automatische Sonnenstandsnachführung ist bei diesem Projekt nicht vorgesehen. Dadurch lässt sich die Fassade unmittelbar an die individuelle Nutzung der jeweiligen Wohnung und des Balkons anpassen.

Warum wurden Schiebeläden aus Glas verwendet?

Glas unterstützt die gewünschte Transparenz der Fassade und ermöglicht weiterhin einen visuellen Bezug zur Umgebung. Gleichzeitig können die Elemente je nach Ausführung direkte Sonneneinstrahlung und Einblicke begrenzen. Reflexionen und farbliche Akzente verändern zudem die äußere Wirkung des Gebäudes. So verbindet das Material funktionale Verschattung mit einer leichten und wechselnden Fassadengestaltung.

Wie entsteht das dynamische Fassadenbild?

Die Bewohner positionieren ihre Schiebeläden unabhängig voneinander. Dadurch ergeben sich fortlaufend unterschiedliche Kombinationen aus offenen, geschlossenen und überlagerten Elementen. Zusätzlich verändern Licht, Himmel und Umgebung die Reflexionen der Glasflächen. Das Fassadenbild folgt somit nicht einer zentralen Steuerung, sondern entsteht aus Tageszeit, Wetter und individueller Nutzung.

Für welche Gebäude eignen sich Schiebeladensysteme?

Schiebeläden können unter anderem bei Wohngebäuden, Hotels, Bürogebäuden und öffentlichen Bauten eingesetzt werden. Sie eignen sich besonders für Fassaden, an denen Sonnenschutz, Sichtschutz und gestalterische Gliederung miteinander verbunden werden sollen. Abhängig vom Projekt sind verschiedene Füllmaterialien, ein- oder mehrspurige Führungen sowie manuelle oder motorische Antriebe möglich.

Bilder: Jean Claude Castor / 030mm photography

Ähnliche Anforderungen? Sprechen Sie mit uns.

Sie planen ein Projekt mit vergleichbaren Anforderungen an Brandschutz, Lüftung, Klimatechnik, Tageslicht oder Sonnenschutz? Unsere Experten unterstützen Sie dabei, technische Möglichkeiten zu bewerten und geeignete Systeme in die Planung zu integrieren.

Hauptnavigation