Polygonale Rauchschürzen für KVB Heimersdorf

Der Bahnsteig der KVB-Station Heimersdorf knickt mehrfach ab, deshalb musste die Rauchschürze diesem Verlauf folgen. Colt baute zwei automatische SmokeMaster-SM5-Anlagen mit zusammen rund 160 m Länge, montierte sie in kurzen Sperrpausen und band sie über Siemens S7 an die KVB-Leitstelle an.

Rauchschutz für den polygonalen Bahnsteigverlauf in Heimersdorf

Die Kölner Verkehrs-Betriebe modernisieren ihre unterirdischen Haltestellen Schritt für Schritt. In Heimersdorf brauchte die Station einen Rauchschutz, der Brandrauch entlang der Bahnsteige begrenzt und sich in die vorhandene Bauwerksgeometrie einfügt.

Weil die Bahnsteige polygonal verlaufen, war eine gerade, durchgehende Rauchschürze nicht möglich. Colt entwickelte zwei SmokeMaster-SM5-Anlagen mit 80,8 m und 79,2 m Länge. Jede Anlage besteht aus 20 Modulen, die den Richtungswechseln des Bauwerks folgen.

Optisch wirken die Gehäuse trotzdem wie eine durchlaufende Konstruktion. Jedes Modul ist Teil des zugelassenen Rauchschutzsystems. Tücher und Führungsschienen sind auf Achse, Winkel und Einbauposition des jeweiligen Abschnitts abgestimmt.

Spezielle Rauchschürzenmotoren fahren zwei Arbeitspositionen an: 2,0 m und 1,5 m über Oberkante Fertigfußboden. Nach einem Brandalarm rollen die Anlagen automatisch bis zur vorgegebenen Höhe ab.

Außerdem waren Wartungszugang, Ersatzteilhaltung, Korrosionsschutz und die Anbindung an die KVB-Steuerung gefordert.

Projekt: Modernisierung KVB-Station Heimersdorf

Ort: Köln-Heimersdorf, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Gebäudetyp: Unterirdische Stadtbahnhaltestelle

Anforderungsprofil: Vorbeugender Brandschutz und kontrollierte Kanalisierung von Brandrauch

Lösung: Zwei polygonale, automatisch abrollende Rauchschürzenanlagen

Produkt: SmokeMaster SM5

Modulare Konstruktion mit Führungsschienen und Blechabschottung

Die 20 Module je Anlage bilden die Richtungswechsel des Bahnsteigs ab. Sie lassen sich außerdem systematisch fertigen, montieren und warten.

Beim Abrollen laufen die Tücher in seitlichen Führungsschienen. So bleibt ihre Position auch an den Knickpunkten exakt definiert. Die unteren Abschlussleisten sind in Gruppen unterteilt, die sich einzeln ansteuern lassen.

Über den Anlagen baute Colt eine beidseitig geschlossene Blechabschottung von etwa 25 bis 30 cm Höhe. Sie schließt die Lücke zwischen Rauchschürzengehäuse und Decke. Gefüllt ist sie mit Mineralwolle, die Temperaturen über 1.000 °C standhält.

Die KVB gab weitere Details vor:

  • außen liegende Trafogehäuse
  • innen und außen verzinkte Rollarme
  • nahtfreie DH60-Rauchschürzentücher mit definierter Mindestüberlappung
  • festgelegte Schichtdicken, Korrosionsschutz und Fertigungsnachweise

Siemens S7 überträgt Signale an die Leitstelle

Die Rauchschürzen haben eine Steuerung nach KVB-Vorgaben. Über eine Siemens-S7-Schnittstelle gehen Betriebs-, Status- und Störmeldungen direkt an die Leitstelle.

Welche Signale übertragen werden und wie die Anlagen im Brandfall reagieren, ist in einem projektspezifischen Schema festgelegt. Die Leitstelle überwacht beide Anlagen zentral.

Grundlage ist ein Steuerungsstandard, den Colt und die KVB über mehrere gemeinsame Projekte weiterentwickelt haben. Bedienung, Überwachung und Fehlerauswertung funktionieren dadurch in allen Stationen gleich.

Montage innerhalb kurzer Sperrpausen im Gleisbereich

Zwischen Auftrag und Montagebeginn lagen nur fünf bis sechs Wochen für Aufmaß, Planung und Fertigung. In dieser Zeit musste vor allem die Achse der Rauchschürzentücher exakt bestimmt werden, inklusive der Bautoleranzen des Bestandsbauwerks.

Um die eingemessene Achse auf die Befestigungspunkte zu übertragen, entwickelte Colt eine Montageschablone. Damit ließen sich die Gehäuse entlang des polygonalen Verlaufs positionieren, ohne jeden Punkt einzeln von der Tuchachse an die Decke zu projizieren.

Pro Bahnsteig stand eine Sperrpause von etwa zwei Wochen zur Verfügung. Schmale Arbeitsbereiche entlang der Wände hielten die Materialwege kurz. Die Blechabschottungen konnten nur nachts in den betriebsfreien Stunden montiert werden, jeweils innerhalb weniger Stunden.

Im Gleisbereich gelten strenge Sicherheitsregeln. Die Colt-Monteure haben eine regelmäßig erneuerte V-Gleis-Schulung und sind elektrotechnisch unterwiesene Personen. Sie arbeiteten auf angepassten Rollgerüsten, deren Rollenführung ein Abrutschen ins Gleisbett verhindert. Bei abgeschaltetem Fahrdraht wurden die Gerüste geerdet, und zum Fahrdraht galt ein Mindestabstand von 2 m.

Einheitliche Module erleichtern die Instandhaltung

Die Module sind möglichst gleich lang. Dadurch wiederholen sich Bauteile, die Zahl unterschiedlicher Ersatzteile sinkt, und defekte Komponenten lassen sich eindeutig zuordnen und schnell tauschen.

Antriebe sind gut zugänglich. Dank der segmentierten Abschlussleisten lassen sich einzelne Gruppen prüfen, ohne die gesamte Anlage zu bewegen.

Verzinkte Rollarme und der festgelegte Korrosionsschutz sind auf die Bedingungen in einer unterirdischen Station ausgelegt.

Polygonale Rauchschürzen mit Colt planen

Sie planen Rauchschutz für einen Bahnhof, eine Tunnelstation oder einen anderen Verkehrsbereich? Colt legt Geometrie, Module, Führungsschienen, Steuerung und Montageablauf passend zu Brandschutzkonzept, Bauwerk und Sperrzeiten aus.

FAQ

Welche Rauchschutzanlagen wurden in Heimersdorf installiert?

Die Station hat zwei automatische Rauchschürzenanlagen vom Typ SmokeMaster SM5, 80,8 m und 79,2 m lang. Jede besteht aus 20 Modulen, die dem polygonalen Bahnsteigverlauf folgen. Nach einem Brandalarm rollen die Tücher in seitlichen Führungsschienen automatisch ab.

Warum wurden die Anlagen in jeweils 20 Module unterteilt?

Der Bahnsteig ändert mehrfach die Richtung. Erst die Module ermöglichen es, diesem Verlauf zu folgen und trotzdem ein zusammenhängendes Rauchschutzsystem zu bilden. Gleich lange Module vereinfachen zusätzlich Fertigung, Montage und Ersatzteilhaltung.

Auf welche Höhe fahren die Rauchschürzen ab?

Die Rauchschürzen fahren auf 2,0 m oder 1,5 m über Oberkante Fertigfußboden ab. Welche Höhe im Brandfall angefahren wird, legt die projektspezifische Steuerung fest.

Wozu dient die Blechabschottung über den Rauchschürzen?

Die etwa 25 bis 30 cm hohe Abschottung schließt die Lücke zwischen Rauchschürzengehäuse und Decke. Sie ist beidseitig mit Blech geschlossen und mit Mineralwolle gefüllt, die über 1.000 °C standhält.

Wie sind die Rauchschürzen an die Leitstelle angebunden?

Eine Siemens-S7-Schnittstelle überträgt Betriebs-, Status- und Störmeldungen an die KVB-Leitstelle. Signale und Brandfall-Abläufe sind in einem eigenen Schema dokumentiert.

Warum war die Montage besonders anspruchsvoll?

Für Aufmaß, Planung und Fertigung blieben nur fünf bis sechs Wochen, für die Montage etwa zwei Wochen Sperrpause je Bahnsteig. Die Abschottungen ließen sich nur nachts ohne Fahrbetrieb montieren. Dazu kamen die polygonale Geometrie, Bautoleranzen und die Sicherheitsregeln im Gleis- und Fahrdrahtbereich.

Was erleichtert die spätere Wartung?

Gleich lange Module, gut zugängliche Antriebe und segmentierte Abschlussleisten. So lassen sich Ersatzteile einfach bevorraten und einzelne Gruppen gezielt prüfen. Verzinkte Rollarme schützen vor Korrosion in der unterirdischen Station.

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