RWA und Tageslicht bei voestalpine

Für das neue Drahtwalzwerk von voestalpine Wire Rod Austria in St. Peter-Freienstein entwickelte Colt ein Konzept für natürliche Brandrauchentlüftung und Tageslicht. 120 RWA-Lüfter wurden in 40 Cosmotron-Lichtbänder integriert.

Natürliche Entrauchung für 20.000 Quadratmeter Hallenfläche

Die neue Drahtwalzstraße von voestalpine Wire Rod Austria entstand in einem Hallenkomplex, in dem bereits zuvor eine ältere Walzstraße betrieben wurde. Mehrere Hallenbereiche sind räumlich miteinander verbunden. Für Halle A ergibt sich dadurch eine zusammenhängende Fläche von rund 20.000 Quadratmetern.

Eine besondere Randbedingung waren die über die gesamte Hallenlänge verlaufenden Kranbahnen. Eine Unterteilung mit Rauchschürzen hätte deshalb erhebliche konstruktive Eingriffe erfordert. Colt entwickelte stattdessen ein Konzept mit natürlicher Rauch- und Wärmeableitung über das Hallendach.

Für die Halle wurde eine geometrisch erforderliche RWA-Öffnungsfläche von mindestens 200 Quadratmetern festgelegt. Das entspricht einem Prozent der Hallengrundfläche.

Im Brandfall öffnen die natürlichen Rauchabzugsgeräte und ermöglichen es, aufsteigenden Rauch und heiße Brandgase über das Dach abzuführen. Gleichzeitig lassen sich Teile der Anlage im normalen Betrieb für die natürliche Entlüftung nutzen.

Damit berücksichtigt das Konzept sowohl die große zusammenhängende Hallengeometrie als auch die vorhandenen Kranbahnen und die Anforderungen des laufenden Produktionsbetriebs.

Projekt: Neues Drahtwalzwerk voestalpine Wire Rod Austria GmbH

Ort: St. Peter-Freienstein, Steiermark, Österreich

Gebäudetyp: Produktionshalle / Drahtwalzwerk

Anforderungsprofil: Brandschutzkonzept, Natürliche Brandrauchentlüftung, Tageslicht

Lösung: Natürlicher Rauch- und Wärmeabzug kombiniert mit Lichtbändern und natürlicher Lüftung

Produkt: ECO, Weatherlite, Cosmotron

120 RWA-Lüfter in 40 Cosmotron-Lichtbändern

Neben der Entrauchung war eine gleichmäßige Versorgung der Produktionshalle mit natürlichem Tageslicht gefordert. Colt kombinierte deshalb die RWA-Geräte mit Cosmotron-Lichtbändern in Tunnelgewölbeform.

Auf dem Hallendach wurden 40 Lichtbänder im Abstand von etwa 15 Metern montiert. Jedes Lichtband ist 30 Meter lang. An beiden Enden sowie in der Mitte befindet sich jeweils ein EuroCO-Lüfter mit integriertem Weatherlite-Sockelmodul. Insgesamt ergibt sich damit eine Anzahl von 120 RWA-Lüftern.

Durch diese Integration übernehmen die Dachflächen mehrere Aufgaben gleichzeitig. Die Lichtbänder bringen Tageslicht in die Produktionsbereiche, während die eingebauten Lüfter im Brandfall die vorgesehene Rauch- und Wärmeableitung sicherstellen. Im normalen Betrieb können sie zusätzlich für natürliche Lüftungsaufgaben genutzt werden.

Ein weiterer konstruktiver Vorteil besteht darin, dass Lichtband und RWA nicht als voneinander getrennte Dachsysteme ausgeführt werden müssen. Dadurch lässt sich die Zahl separater Dachdurchdringungen reduzieren.

Für die Cosmotron-Lichtbänder nennt die Projektbeschreibung eine dauerhafte Durchsturzsicherheit gemäß den Prüfgrundsätzen GS-BAU 18.

Konkrete Angaben zu Lichttransmission, Lüftungsvolumenströmen oder aerodynamisch wirksamen Öffnungsflächen der einzelnen Geräte liegen nicht vor.

Drei Lüfter pro 30-Meter-Lichtband

Jedes der 40 Cosmotron-Lichtbänder ist mit drei EuroCO-RWA-Lüftern ausgestattet: jeweils einem Gerät an beiden Enden und einem weiteren in der Mitte.

Damit wurden insgesamt 120 natürliche Rauch- und Wärmeabzugsgeräte in die Tageslichtflächen integriert.

Die Kombination reduziert separate Dachöffnungen und verbindet Entrauchung, natürliche Lüftung und Tageslicht innerhalb eines durchgängigen Dachkonzepts.

Brandschutz für Produktionshallen

Colt entwickelt natürliche Rauch- und Wärmeabzugssysteme für Produktionshallen und Industriegebäude. Dachgeometrie, Rauchableitung, Tageslicht, Lüftungsfunktion und vorhandene Anlagen wie Kranbahnen werden gemeinsam betrachtet.

FAQ

Welche Brandschutzlösung wurde bei voestalpine umgesetzt?

Colt entwickelte für das Drahtwalzwerk in St. Peter-Freienstein ein natürliches Rauch- und Wärmeabzugskonzept. Die Anlage umfasst 120 EuroCO-RWA-Lüfter, die in 40 Cosmotron-Lichtbänder integriert wurden. Dadurch werden Entrauchung, natürliche Lüftung und Tageslicht innerhalb eines gemeinsamen Dachsystems kombiniert.

Warum wurde auf eine Lösung mit Rauchschürzen verzichtet?

Über die gesamte Länge der Halle verlaufen Kranbahnen. Nach den Projektinformationen hätte eine Unterteilung mit Rauchschürzen deshalb erhebliche konstruktive und wirtschaftliche Auswirkungen gehabt. Colt entwickelte stattdessen ein Konzept, das die Brandrauchableitung über natürliche Rauchabzugsgeräte im Dach sicherstellt.

Wie groß ist die erforderliche RWA-Öffnungsfläche?

Für Halle A mit einer Fläche von rund 20.000 Quadratmetern wurde eine geometrische Mindestöffnungsfläche von 200 Quadratmetern vorgesehen. Das entspricht einem Prozent der Hallengrundfläche. Dieser Wert ist projektspezifisch und sollte nicht als allgemeine Bemessungsregel für andere Industriehallen übertragen werden.

Wie sind die RWA-Lüfter in die Lichtbänder integriert?

Auf dem Dach befinden sich 40 Cosmotron-Lichtbänder mit jeweils 30 Metern Länge. Jedes Lichtband enthält drei EuroCO-Lüfter: einen an jedem Ende und einen in der Mitte. Insgesamt wurden dadurch 120 Rauch- und Wärmeabzugsgeräte installiert.

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