Natürliche Zuluft für wirksamen Rauchabzug

Damit Rauch und Wärme über eine RWA-Anlage abgeführt werden können, muss ausreichend Luft nachströmen. Natürliche Zuluftöffnungen im unteren Gebäudebereich unterstützen den erforderlichen Luftausgleich und die geplante Rauchströmung.

Warum Rauch- und Wärmeabzug ausreichend Zuluft benötigt

Bei einer natürlichen Rauch- und Wärmeabzugsanlage werden heiße Rauchgase über Öffnungen im oberen Bereich des Gebäudes abgeführt. Damit dieser Volumenstrom aufrechterhalten werden kann, muss gleichzeitig Luft in das Gebäude nachströmen.

Fehlt eine ausreichend dimensionierte Nachströmung, kann sich ein Unterdruck aufbauen. Dieser kann den vorgesehenen Luftstrom durch die Rauchabzugsöffnungen beeinträchtigen und damit die Funktion des Gesamtsystems beeinflussen.

Zuluft ist deshalb ein wesentlicher Bestandteil der Planung einer natürlichen RWA. Sie wird in der Regel unterhalb der Rauchschicht beziehungsweise in tieferen Bereichen des Gebäudes zugeführt. Dadurch kann kühlere Außenluft nachströmen, während die heißen Rauchgase im oberen Bereich abgeführt werden.

Entscheidend sind dabei nicht nur die vorhandenen Öffnungsflächen. Auch deren Lage, Verteilung, Öffnungszustand und das Zusammenspiel mit den Rauchabzugsgeräten müssen im Brandschutzkonzept berücksichtigt werden.

Fenster, Türen und Tore als natürliche Zuluftöffnungen

Für die natürliche Nachströmung können unterschiedliche Öffnungen in der Gebäudehülle genutzt werden. Infrage kommen beispielsweise Fenster, Türen, Tore oder speziell vorgesehene Lüftungsöffnungen in den Außenwänden.

Voraussetzung ist, dass diese Öffnungen im Brandfall tatsächlich zur Verfügung stehen und in die vorgesehene Stellung gebracht werden können. Je nach Brandschutzkonzept kann dies automatisch über eine Steuerung oder durch eine definierte manuelle Auslösung erfolgen.

Die bereitgestellte Beschreibung sieht eine möglichst tiefe Anordnung der Zuluftflächen vor. Eine Verteilung über mehrere Gebäudeseiten kann zudem dazu beitragen, die Nachströmung gleichmäßiger in den betroffenen Bereich einzubringen.

Welche Öffnungen genutzt werden können und welche Flächen erforderlich sind, muss projektspezifisch festgelegt werden. Gebäudegeometrie, Lage der Rauchabzugsgeräte und das vorgesehene Strömungskonzept spielen dabei eine zentrale Rolle.

Zuluft kann Teil der Gebäudehülle sein

Natürliche Zuluft erfordert nicht zwangsläufig separate mechanische Geräte.

Je nach Gebäude können vorhandene Fassadenöffnungen wie Tore, Türen oder Fenster in das RWA-Konzept einbezogen werden. Entscheidend ist, dass sie im Brandfall zuverlässig geöffnet werden können und die erforderliche freie Fläche bereitstellen.

Dadurch lassen sich Zuluftfunktion und Gebäudehülle innerhalb eines gemeinsamen Konzepts planen.

Zuluft und Rauchabzug als gemeinsames Strömungssystem planen

Rauchabzugs- und Zuluftöffnungen dürfen nicht unabhängig voneinander betrachtet werden. Beide Seiten bestimmen gemeinsam, wie sich Luft und Rauch im Gebäude bewegen.

Die Rauchabzugsgeräte befinden sich typischerweise im oberen Gebäudebereich, da sich heiße Rauchgase dort sammeln. Die Zuluft wird dagegen tiefer eingebracht und unterstützt den Druckausgleich sowie die gerichtete Nachströmung.

Auch die Steuerung spielt eine wichtige Rolle. Zuluftöffnungen müssen im vorgesehenen Brandfallszenario zum richtigen Zeitpunkt geöffnet werden und mit den Rauchabzugselementen zusammenwirken.

Eine fachgerechte Planung berücksichtigt deshalb unter anderem die freien Öffnungsflächen, die Position der Zu- und Abluftöffnungen sowie die baulichen Gegebenheiten des Gebäudes. Nur das abgestimmte Gesamtsystem kann die im Brandschutzkonzept vorgesehene Rauchableitung unterstützen.

FAQ

Warum braucht eine RWA-Anlage Zuluft?

Wenn Rauch und heiße Luft über eine RWA aus dem Gebäude abgeführt werden, muss gleichzeitig Luft nachströmen. Ohne ausreichende Zuluft kann ein Unterdruck entstehen, der den vorgesehenen Rauchabzug beeinträchtigt. Zuluft und Rauchabzug werden deshalb als zusammenhängendes Strömungssystem geplant.

Wo sollten Zuluftöffnungen angeordnet werden?

Die bereitgestellte Beschreibung sieht Zuluftöffnungen möglichst im unteren Bereich des Gebäudes beziehungsweise unterhalb der Rauchschicht vor. Dadurch kann kühlere Außenluft nachströmen, während Rauch über höher angeordnete Öffnungen abgeführt wird. Die konkrete Positionierung richtet sich nach Gebäude und Brandschutzkonzept.

Können Fenster oder Tore als RWA-Zuluft genutzt werden?

Ja. Je nach Brandschutzkonzept können Fenster, Türen, Tore oder andere Fassadenöffnungen als natürliche Zuluftflächen dienen. Voraussetzung ist, dass sie im Brandfall zuverlässig geöffnet werden können und die erforderliche freie Öffnungsfläche bereitstellen.

Muss eine natürliche Zuluft mechanisch angetrieben werden?

Nicht zwingend. Bei natürlichen Zuluftsystemen erfolgt die Nachströmung grundsätzlich aufgrund der Druck- und Strömungsverhältnisse im Gebäude. Öffnungselemente können jedoch Antriebe besitzen, damit sie im Brandfall automatisch in die erforderliche Stellung gebracht werden.

Was passiert bei zu wenig Zuluft?

Ist die Nachströmfläche zu klein oder ungünstig angeordnet, kann sich im Gebäude ein Unterdruck aufbauen. Dadurch kann der Volumenstrom durch die Rauchabzugsöffnungen reduziert und die geplante Rauchströmung beeinträchtigt werden.

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