Schiebeläden für den Seeparkcampus Wien

Am Seeparkcampus West in Wien übernimmt eine bewegliche Fassadenkonstruktion aus Aluminiumlochblech den außenliegenden Sonnenschutz. Colt realisierte das System mit Ellisse Schiebeläden und Soltronic III Steuerung für eine sonnenstandsabhängige Positionierung der Fassadenelemente.

Sonnenstandsabhängiger Sonnenschutz für die Glasfassade

Der Seeparkcampus West liegt in „aspern Die Seestadt Wiens“ im 22. Wiener Gemeindebezirk. Für das Bürogebäude wurde ein außenliegendes Sonnenschutzsystem entwickelt, das die solare Einstrahlung reduziert und gleichzeitig Teil der architektonischen Fassadengestaltung ist.

Die Schiebeläden wurden in einem Abstand von rund 80 cm vor der Fassade angeordnet. Die gekanteten Aluminiumlochbleche erinnern in ihrer Form an Segel und greifen damit gestalterisch das Thema der Seestadt auf.

Das Fassadenkonzept besteht aus vier Elementgruppen: beweglichen äußeren Schiebeelementen, beweglichen inneren Schiebeelementen, starren Elementen zwischen den beweglichen Anlagen sowie starren Elementen auf der Nordseite.

Durch die bewegliche Anordnung kann der Sonnenschutz dem Sonnenstand folgen. Gleichzeitig bleiben für die Nutzer der Büros über weite Teile des Tages Sichtbeziehungen nach außen erhalten.

Projekt: Seeparkcampus West

Ort: Wien, Österreich

Gebäudetyp: Bürogebäude

Anforderungsprofil: Außenliegender Sonnenschutz mit hoher gestalterischer Integration

Lösung: Bewegliche und starre Fassadenelemente als Schiebeläden

Produkt: Ellisse Schiebeläden, Soltronic III

1.910 mäanderförmige Aluminiumlamellen prägen die Fassade

Am Kundenzentrum installierte Colt insgesamt 1.910 vertikale Aluminiumlamellen. Die einzelnen Elemente sind zwischen dreieinhalb und etwas mehr als vier Meter lang und knapp 70 Zentimeter breit. Sie bestehen aus gelochten, pulverbeschichteten beziehungsweise eloxierten Aluminiumblechen.

Eine Besonderheit ist die mehrfach um 90 Grad abgekantete Form. Dadurch besitzt jede Lamelle einen mäanderförmigen Querschnitt. Wenn sich die beweglichen Elemente drehen, verändern sich Überlagerung, Schattenwurf und sichtbare Tiefe der Fassade. Abhängig vom Betrachtungswinkel und von der Lamellenstellung entsteht so eine wechselnde Rhythmisierung der Gebäudehülle.

Bis zu sechs Lamellen sind zu einer gemeinsam bewegten Gruppe gekoppelt. Die Gruppen lassen sich um ihre vertikale Achse in einem Bereich von bis zu 110 Grad verstellen. Auf diese Weise kann die Fassade zwischen einer weit geöffneten Stellung für hohen Tageslichteintrag und einer stärker geschlossenen Position für Sonnen- und Blendschutz wechseln.

Bei Konstruktion und Antrieb wurde besonderer Wert auf einen geräuscharmen und wartungsarmen Betrieb gelegt. Das war vor allem wegen der unmittelbaren Nähe zu den Büroarbeitsplätzen relevant. Die perforierten Metallflächen unterstützen zugleich die gestalterische Wirkung der Lamellen und reduzieren die Geschlossenheit der großformatigen Fassadenelemente.

Shadometal kann nach Angaben von Colt horizontal oder vertikal sowie starr oder beweglich als zweite Fassadenebene eingesetzt werden.

Bewegliche Fassade folgt dem Sonnenstand

Die Fassadenelemente werden über insgesamt 86 Motoren gesteuert. Für azimutale Sonnenwinkel zwischen 24° und 156° fährt die Anlage in 3°-Schritten insgesamt 62 unterschiedliche Positionen an.

Unterhalb von 24° und oberhalb von 156° befindet sich das System in Nullposition.

Durch die zeitlich unterschiedliche Sonneneinstrahlung auf Ost-, Süd- und Westfassade entsteht eine sich über den Tagesverlauf verändernde Fassadenansicht.

Soltronic III verbindet Sonnenschutz und Brandfallfunktion

Die Steuerung Soltronic III übernimmt die Positionierung der beweglichen Fassadenelemente in Abhängigkeit vom Sonnenstand. Der Fahrweg der Anlagen ist grundsätzlich gleich; die jeweiligen Bewegungszeiten unterscheiden sich entsprechend der Sonneneinstrahlung auf Ost-, Süd- und Westseite.

Neben der Sonnennachführung sind Tages- und Wochenprogramme vorgesehen. In der Projektbeschreibung werden beispielsweise Funktionen für Kälteabschirmung und Nachtauskühlung genannt.

Auch der Brandfall wurde in die Steuerungsstrategie einbezogen. Bei einer entsprechenden Anforderung fährt Soltronic III die beweglichen Elemente in eine vordefinierte Position. Dadurch wird der notwendige Zugriff für die Feuerwehr ermöglicht.

Die Fassadenlösung verbindet damit mehrere Anforderungen innerhalb eines Systems: außenliegenden Sonnenschutz, architektonische Gestaltung, definierte Bewegungsabläufe und die Berücksichtigung betrieblicher Sicherheitsfunktionen.

Aluminiumlochbleche prägen die Fassadenansicht

Die vor der Gebäudehülle angeordneten Elemente bestehen aus gekantetem Aluminiumlochblech. Bewegliche und starre Elemente bilden zusammen eine einheitliche zweite Fassadenebene.

Durch die sonnenstandsabhängige Verschiebung verändert sich die Ansicht des Gebäudes im Tagesverlauf. Die technische Funktion des Sonnenschutzes wird damit sichtbar in die Architektur integriert, ohne den Blick aus den Büroräumen dauerhaft zu versperren.

FAQ

Wie funktioniert der Sonnenschutz am Seeparkcampus West?

Der Sonnenschutz besteht aus beweglichen und starren Fassadenelementen vor der eigentlichen Gebäudehülle. Die beweglichen Ellisse Schiebeläden werden abhängig vom Sonnenstand positioniert. Für azimutale Winkel zwischen 24° und 156° sind 62 Positionen in Schritten von 3° vorgesehen.

Wie viele Fassadenelemente wurden eingesetzt?

Die Projektbeschreibung nennt insgesamt 1.949 Fassadenelemente. Dazu gehören bewegliche Schiebeelemente außen und innen sowie starre Elemente zwischen den beweglichen Anlagen und auf der Nordseite. Für die Bewegung der entsprechenden Anlagen kommen insgesamt 86 Motoren zum Einsatz.

Welche Aufgabe übernimmt Soltronic III?

Soltronic III steuert die beweglichen Schiebeläden in Abhängigkeit vom Sonnenstand. Zusätzlich sind Tages- und Wochenprogramme möglich. Im Brandfall fahren die Elemente in eine definierte Position, damit der Zugang für die Feuerwehr berücksichtigt werden kann.

Warum wurden die Schiebeläden vor der Fassade angeordnet?

Die Elemente wurden etwa 80 cm vor der Gebäudehülle montiert. Dort übernehmen sie den außenliegenden Sonnenschutz und bilden gleichzeitig eine zusätzliche architektonische Ebene. Die beweglichen Elemente können ihre Position verändern, ohne die Fassade selbst zu ersetzen.

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